Wer hat dir erzählt, dass du das nicht kannst? Hallo und herzlich willkommen bei Körper und Seele, deinem Gesundheitspodcast. Hier ist Patrick vom Vitalis Zentrum. Schön, dass du heute dabei bist. In der heutigen Folge möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, das vielleicht auch dein Leben mehr beeinflusst, als dir bisher bewusst war. Kennst du das? Jemand sagt etwas über dich und plötzlich fühlt es sich an wie eine Wahrheit. Ein Lehrer sagt, du seist nicht besonders begabt. Ein Chef sagt, du wärst noch nicht bereit Ein Arzt sagt, das wird schwierig Und obwohl diese Menschen dich oft nur für einen kurzen Moment in deinem Leben sehen, übernehmen wir ihre Aussagen manchmal wie ein Urteil Ich möchte heute über die Gefahr sprechen, die Grenzen anderer Menschen mit den eigenen Grenzen zu verwechseln. Denn nur weil jemand etwas diagnostiziert, bewertet oder einschätzt, bedeutet das nicht automatisch, dass er die Wahrheit über dein Leben kennt. Warum schenken wir Autoritäten eigentlich so viel Glauben? Ich glaube, weil wir oft unbewusst davon ausgehen, dass andere Menschen mehr wissen als wir selbst. Wenn wir beim Arzt sitzen, beim Chef im Büro oder einer anderen Autoritätsperson gegenüberstehen, entsteht häufig automatisch ein Gefälle. Wir bewerten die andere Person als kompetenter, erfahrener oder wichtiger als uns selbst. Und genau in diesem Moment passiert etwas Spannendes. Wir beginnen, die Aussagen dieser Person nicht mehr als Meinung, Einschätzung oder Perspektive zu hören, sondern als Wahrheit. Doch nur weil jemand Experte auf seinem Gebiet ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er die ganze Wahrheit über dein Leben kennt. Ein Arzt kennt medizinische Zusammenhänge. Ein Chef kennt sein Unternehmen. Ein Lehrer kennt sein Fachgebiet. Aber niemand kennt deine Möglichkeiten besser als du selbst. Das bedeutet nicht, dass Beratschläge ignorieren sollten. Es bedeutet auch nicht, dass Diagnosen oder Einschätzungen wertlos sind. Es bedeutet lediglich, dass wir aufhören dürfen, fremde Grenzen zu unseren eigenen Grenzen zu machen. Denn oft sind Prognosen nichts anderes als Erfahrungswerte aus der Vergangenheit. Du lebst aber nicht in der Vergangenheit. Du lebst jetzt. Und genau deshalb hast du jeden Tag die Möglichkeit, neue Entscheidungen zu treffen und Wege zu gehen, die vielleicht niemand für möglich gehalten hätte. Und an dieser Stelle ist mir noch etwas wichtig. Diagnosen können durchaus hilfreich sein. Sie können uns Orientierung geben. Sie können uns zeigen, wo wir gerade stehen. Sie können Hinweise darauf geben, welche Unterstützung oder Behandlung sinnvoll sein könnte. Aber eine Diagnose beschreibt zunächst einmal einen Zustand. Sie beschreibt nicht zwangsläufig dein Potenzial. Sie beschreibt nicht deine Zukunft. Und sie beschreibt schon gar nicht deinen Wert als Mensch. Für mich sind körperliche Symptome oft auch Signale. Signale, die uns einladen, genauer hinzuschauen. Zu fragen, was braucht mein Körper gerade? Was braucht mein Leben gerade? Wo darf ich achtsamer werden? Dabei geht es nicht darum, medizinische Diagnosen abzulehnen oder zu ignorieren. Es geht vielmehr darum, sie als Information zu betrachten, ohne sie automatisch zu unserer Identität werden zu lassen. Denn zwischen einer Diagnose und der Frage, was in deinem Leben noch möglich ist, besteht ein großer Unterschied. Und dazu möchte ich dir eine persönliche Geschichte erzählen. Vor einigen Jahren bin ich gestürzt und habe mir den Radiuskopf im Ellenbogen gebrochen. Die Verletzung musste operiert werden und ich bekam eine Schraube eingesetzt. Nach der Operation sagte mir der behandelnde Arzt etwas, das viele Menschen wahrscheinlich einfach als Tatsache angenommen hätten. Er sagte mir, dass ich meinen Arm vermutlich nie wieder vollständig ausstrecken könnte. Und weißt du was? Ich glaube sogar, dass er das nach bestem Wissen und Gewissen gesagt hat. Aber in mir war sofort ein anderes Gefühl. Ich dachte, das mag deine Erfahrung sein. Das mag das sein, was du bei vielen Menschen beobachtet hast. Aber das muss nicht meine Realität werden. Also begann ich auf meine Weise daran zu arbeiten. Ich gab mir Zeit. Ich übte regelmäßig. Ich dehnte meinen Arm. Ich arbeitete mit den Methoden, denen ich vertraue. Und vor allem hielt ich an der Vorstellung fest, dass vollständige Beweglichkeit möglich ist. Heute kann ich meinen Arm wieder genauso ausstrecken wie den anderen. Aber warum erzähle ich dir das? Nicht, weil ich beweisen möchte, dass Ärzte falsch liegen, sondern weil ich zeigen möchte, wie wichtig es ist, zwischen einer Prognose und deiner eigenen Wahrheit zu unterscheiden. Manchmal übernehmen wir Aussagen anderer Menschen so schnell, dass wir gar nicht mehr merken, wie sehr sie unser Denken beeinflussen. Und genau dann beginnt eine fremde Grenze zu unserer eigenen Grenze zu werden. Und wenn du einmal genauer darüber nachdenkst, dann begegnet uns dieses Thema nicht nur bei Ärzten. Eigentlich beginnt es bei vielen Menschen schon viel früher. Manchmal bereits in der Kindheit. Ich erinnere mich zum Beispiel an meine eigene Schulzeit. Da gab es Situationen, in denen Lehrer Aussagen getroffen haben wie, das wirst du wahrscheinlich nicht schaffen oder dafür bist du nicht gut genug. Vielleicht haben sie das nicht böse gemeint. Vielleicht wollten sie sogar realistisch sein. Aber für ein Kind sind Lehrer Autoritätspersonen. Ein Kind hinterfragt solche Aussagen oft nicht. Es denkt nicht, das ist nur die Meinung meines Lehrers, sondern, hm, dann wird das wohl stimmen. Und genau so entstehen manchmal Überzeugungen, die Menschen jahrelang mit sich herumtragen. Ich habe auch mit einer Kundin gearbeitet, die mir erzählt hat, dass sie in ihrer Kindheit von ihren Eltern häufig gehört hat, das kannst du nicht. Das schaffst du nicht. Das ist zu schwierig für dich. Und irgendwann passiert etwas. Aus den Worten anderer Menschen werden die eigenen Gedanken. Aus einer fremden Einschätzung wird eine vermeintliche Wahrheit. Und plötzlich lebt man sein Leben innerhalb von Grenzen, die man sich nie selbst gesetzt hat. deshalb finde ich es so wichtig immer wieder zu hinterfragen ist das wirklich meine überzeugung oder habe ich sie irgendwann von jemand anderem übernommen denn ganz oft sind es nicht unsere tatsächlichen fähigkeiten die uns begrenzen sondern die geschichten die wir über unsere Fähigkeiten glauben. Und vielleicht liegt genau darin, eine der wichtigsten Aufgaben im Leben, herauszufinden, welche Grenzen wirklich unsere eigenen sind und welche wir irgendwann übernommen haben, ohne sie jemals bewusst zu prüfen. Und jetzt möchte ich dir eine Frage stellen. Was wird uns eigentlich genommen, wenn wir die Urteile, Prognosen oder Grenzen anderer Menschen ungeprüft übernehmen? Ich glaube, das Erste, was uns verloren geht, sind Möglichkeiten. Denn in In dem Moment, in dem wir eine Aussage eines anderen Menschen als unumstößliche Wahrheit akzeptieren, hören wir oft auf, nach unseren eigenen Lösungen zu suchen. Wir hören auf, neue Wege auszuprobieren. Wir hören auf, an Entwicklung zu glauben. Wir hören auf, uns selbst zu überraschen. Und damit verlieren wir ein Stück unserer Freiheit. Nicht unbedingt, weil uns jemand bewusst einschränken möchte, sondern weil wir anfangen, die Sichtweise anderer Menschen zu unserer eigenen Realität zu machen. Vielleicht hat ein Arzt eine Prognose gestellt. Vielleicht hat ein Lehrer etwas über dich gesagt. Vielleicht hat ein Chef deine Fähigkeiten beurteilt Vielleicht waren es sogar deine Eltern All diese Menschen können wertvolle Erfahrungen, Wissen oder gute Absichten mitbringen Aber keine dieser Personen kann mit absoluter Sicherheit wissen, was in deinem Leben noch möglich ist Denn Entwicklung ist etwas Lebendiges. Menschen verändern sich. Menschen lernen. Menschen wachsen. Menschen entwickeln Fähigkeiten. Menschen finden Lösungen, die vorher niemand gesehen hat. Deshalb ist die eigentliche Frage nicht, was glaubt jemand anderes über mich, sondern welche Möglichkeiten halte ich selbst noch für denkbar. Denn oft beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, fremde Grenzen automatisch zu unseren eigenen Grenzen zu machen. Und vielleicht besteht wahre Freiheit darin, offen zu bleiben für das, was noch möglich sein könnte. Auch dann, wenn andere es sich gerade nicht vorstellen können. Zum Abschluss möchte ich dir noch eine Frage mitgeben. Gab es in deinem Leben einmal eine Aussage eines Lehrers, Arztes, Elternteils oder einer anderen Autoritätsperson, die du lange geglaubt hast und die sie später als falsch herausgestellt hat? Mich würde deine Geschichte wirklich interessieren. Wenn du über Spotify hörst, freue ich mich, wenn du mir einen Kommentar direkt unter dieser Folge dalässt. Oder du schreibst mir auf Instagram unter vitaliszentrum. Ich lese jeden Kommentar und jede Nachricht persönlich. Und vielleicht greife ich deine Gedanken oder deine Geschichte sogar in einer der nächsten Folgen auf. Denn ich glaube, wir können unglaublich viel voneinander lernen. Nimm diese Frage gerne mit in die nächsten Tage. Beobachte einmal, welche Gedanken über dich selbst eigentlich wirklich von dir kommen und welche vielleicht irgendwann von außen übernommen wurden. Danke, dass du heute wieder dabei warst und diese Zeit mit mir verbracht hast. Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn du sie mit Menschen teilst, die sie ebenfalls inspirieren könnte. Und denk immer daran, Heilung beginnt oft dort, wo wir bereit sind, tiefer hinzuschauen. Bis zur nächsten Folge. Dein Patrick vom Vitalis Zentrum