← Alle Podcast-Folgen

Folge 616:34 Min.

Warum vertrauen wir uns selbst so selten?

Du fragst andere um Rat und zweifelst trotzdem an jeder Entscheidung? Patrick geht der Frage nach, wie du deiner eigenen Wahrnehmung wieder mehr Raum gibst, ohne immer sicher sein zu müssen.

Die Wiedergabe lädt Audio von Spotify/Anchor. Keine Anmeldung erforderlich.

Körper und Seele. Podcast von Vitalis Zentrum

Die Folge auf einen Blick

Das nimmst du mit.

  • Frühe Erfahrungen können beeinflussen, wie viel Gewicht du den Meinungen anderer und deiner eigenen Wahrnehmung gibst.
  • Rat kann Orientierung bieten. Die Folge lädt dich ein, dabei auch deine eigenen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen.
  • Selbstvertrauen bedeutet nicht, jede Entscheidung richtig zu treffen. Es beginnt damit, dich selbst ernst zu nehmen.

Direkt zum Thema

Beschreibung zur Folge

Wie oft suchst du nach Antworten im Außen, obwohl dein eigenes Gefühl dir vielleicht längst eine Richtung zeigen möchte?

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum viele Menschen im Laufe ihres Lebens das Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung verlieren, weshalb wir die Meinungen anderer oft über unsere eigene stellen und wie wir Schritt für Schritt lernen können, uns selbst wieder mehr zu vertrauen.

Eine Folge über Selbstvertrauen, innere Sicherheit und die Frage, warum die wichtigste Stimme in unserem Leben manchmal die ist, der wir am wenigsten zuhören.

Reflexionsfrage der Folge:

Wann hast du das letzte Mal deinem eigenen Gefühl wirklich vertraut - nicht weil jemand anderes dir gesagt hat, dass es richtig ist, sondern weil es sich für dich stimmig angefühlt hat?

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch transkribiert. Einzelne Wörter können von der Hörfassung abweichen.

Vollständiges Transkript lesen

Hallo und herzlich willkommen bei Körper und Seele, deinem Gesundheitspodcast. Hier ist Patrick vom Vitalis Zentrum. Schön, dass du heute wieder dabei bist. Bevor wir mit dem heutigen Thema starten, möchte ich noch einmal kurz an die letzte Folge anknüpfen. In der letzten Folge haben wir darüber gesprochen, warum wir uns selbst oft an die letzte Stelle setzen. Warum wir mit anderen Menschen häufig liebevoller umgehen als mit uns selbst. Und warum unsere innere Stimme manchmal viel strenger mit uns spricht, als wir es jemals

bei einem Menschen tun würden, den wir von Herzen lieben. Zum Abschluss der letzten Folge habe ich dir eine Frage mitgegeben. Wenn du heute mit dir selbst einmal so sprechen würdest, wie mit einem Menschen, den du von Herzen liebst, was würdest du dir sagen? Vielleicht hast du diese Frage in den letzten Tagen ein wenig mit dir getragen. Vielleicht ist dir sogar aufgefallen, wie oft wir uns selbst hinterfragen, wie oft wir an uns zweifeln. Und genau dort möchte ich heute anknüpfen. Denn vielleicht steckt hinter all den Themen, über die wir in den letzten Folgen gesprochen haben, noch etwas viel Tieferes.

Warum vertrauen wir uns selbst eigentlich so selten? Kennst du das? Du stehst vor einer Entscheidung. Eigentlich hast du ein Gefühl. Eigentlich spürst du ziemlich genau, was sich für dich richtig anfühlt. Und trotzdem fragst du erst einmal andere. Du holst dir eine zweite Meinung, vielleicht sogar eine dritte. Du liest im Internet, du schaust Videos, du hörst Podcasts. Und all das kann unglaublich hilfreich sein. Auch ich wünsche mir, dass mein Podcast Menschen inspiriert und ihnen neue Perspektiven schenkt. Doch irgendwann dürfen wir uns vielleicht eine ganz andere Frage stellen.

Wann habe ich eigentlich aufgehört, meiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen? Denn wenn wir ehrlich sind, suchen viele Menschen ihr ganzes Leben nach Antworten. Doch oft suchen sie sie überall, nur nicht bei sich selbst. Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen. Denn ich glaube, dass Selbstvertrauen viel weniger damit zu tun hat, immer alles zu wissen, sondern vielmehr damit, den Mut zu entwickeln, der eigenen Wahrnehmung dazuzuhören. Vielleicht beginnt Vertrauen nämlich nicht damit, dass wir plötzlich keine Zweifel mehr haben. Vielleicht beginnt Vertrauen in dem Moment, in dem wir aufhören, jeder Stimme mehr zu glauben als unsere eigenen.

Ich glaube, dass kaum ein Mensch als Kind auf die Welt kommt und sich selbst nicht vertraut. Wenn ein kleines Kind Hunger hat, dann weint es. Wenn es müde ist, schläft es ein. Wenn es neugierig ist, geht es los und entdeckt die Welt. Kinder hinterfragen ihre Gefühle nicht. Sie hinterfragen ihren Körper nicht. Sie vertrauen zunächst ganz selbstverständlich dem, was sie wahrnehmen. Doch irgendwann beginnt sich etwas zu verändern. Wir hören Sätze wie, das bildest du dir nur ein. Ach, so schlimm ist das doch gar nicht. Nun sei nicht so empfindlich. Du übertreibst.

Und oft sind diese Sätze gar nicht böse gemeint. Doch wenn wir sie immer wieder hören, passiert etwas ganz Unauffälliges. Wir beginnen, unserer eigenen Wahrnehmung weniger zu vertrauen. Wir denken plötzlich, vielleicht bilde ich mir das wirklich nur ein. Vielleicht stimmt mein Gefühl ja gar nicht. Vielleicht wissen andere besser, was richtig für mich ist. Und genau das begleitet viele Menschen bis ins Erwachsenenalter. Sie spüren etwas, doch anstatt diesem Gefühl zunächst einmal Raum zu geben, suchen sie sofort nach einer Bestätigung von außen. Sie fragen Freunde, sie fragen ihre Familie, sie lesen im Internet, sie schauen Videos,

sie vergleichen sich mit anderen. Und noch einmal, daran ist überhaupt nichts falsch. Auch ich finde es wichtig, sich Wissen anzueignen und verschiedene Perspektiven kennenzulernen. Doch irgendwann dürfen wir uns vielleicht fragen, vertraue ich anderen Menschen inzwischen mehr als meiner eigenen Wahrnehmung? Ich glaube, dass genau hier ein entscheidender Punkt liegt. Denn kein Mensch kennt deinen Körper so gut wie du. Kein Mensch erlebt deine Gedanken so wie du. Kein Mensch spürt deine Gefühle so wie du. Natürlich können Experten begleiten. Ärzte, Therapeuten oder Coaches können wertvolle Impulse geben.

Auch ich sehe meine Aufgabe genau darin, nicht dir zu sagen, was du fühlen oder was du denken sollst, sondern dich dabei zu begleiten, wieder mehr Vertrauen in dich selbst zu entwickeln. Denn ich glaube nicht, dass Menschen dauerhaft gesund werden, wenn sie nur lernen, anderen zu vertrauen. Ich glaube, wirkliche Veränderung beginnt dort, wo wir wieder lernen, uns selbst zuzuhören. Und vielleicht ist genau das der Unterschied. Wissen kann uns Orientierung geben. Doch Vertrauen entsteht nicht im Kopf. Vertrauen entsteht, wenn wir beginnen, unserer eigenen Wahrnehmung wieder einem Platz zu geben. Vielleicht ist das einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu mehr Gesundheit.

Nicht immer mehr Antworten im Außen zu suchen, sondern den Mut zu entwickeln, auch der leisen Stimme in unserem Inneren wieder zuzuhören. Und genau dabei muss ich gerade an eine Kundin denken, die ich vor einiger Zeit begleiten durfte. Sie kam zu mir, weil sie schon seit längerer Zeit das Gefühl hatte, dass mit ihrem Körper irgendwas nicht stimmt. Sie war müde, sie fühlte sich häufig erschöpft und kaputt. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Körper ihr etwas sagen möchte. Doch jedes Mal, wenn sie dieses Gefühl hatte, begann sie sofort daran zu zweifeln. Vielleicht bilde ich mir das nur ein. Vielleicht ist das normal. Vielleicht stelle ich mich auch einfach nur an.

Vielleicht übertreibe ich auch. Und genau das fand ich so spannend. Nicht weil ihr Körper keine Signale gesendet hätte, sondern weil sie ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr vertraute. Im Laufe unseres Gesprächs habe ich sie irgendwann gefragt, wann hattest du das Gefühl zum ersten Mal? Sie musste kurz überlegen. Dann hat sie gesagt, eigentlich schon vor mehreren Jahren. Und dann habe ich ihr folgende Frage gestellt. Und was hat dein Gefühl dir damals gesagt? Sie antwortete ganz leise, dass sich etwas verändern sollte. Ich fand diesen Moment unglaublich berührend, denn eigentlich hatte sie die Antwort schon lange in sich getragen. Sie hatte sie nur immer wieder überhört. Nicht, weil sie nicht auf

ihren Körper hören wollte, sondern weil sie dachte, dass andere Menschen wahrscheinlich besser beurteilen könnten, was richtig für sie ist. Und ich glaube, genau das passiert vielen Menschen. Wir haben ein Gefühl, doch anstatt ihm zunächst einmal zuzuhören, suchen wir sofort nach einer Bestätigung von außen. Erst wenn jemand anderes sagt, ja, das stimmt, erlauben wir uns manchmal selbst, unserem Gefühl zu glauben. Doch was wäre eigentlich, wenn wir unserer eigenen Wahrnehmung wieder ein kleines Stück mehr vertrauen würden. Nicht blind, auch nicht ohne nachzudenken und auch nicht, indem wir auf fachlichen Rat verzichten,

sondern indem wir aufhören, unser eigenes Gefühl sofort in Frage zu stellen. Denn manchmal kennt unser Körper die Richtung schon, lange, lange bevor unser Kopf sie versteht. Und vielleicht beginnt Vertrauen genau dort, Nicht mit absoluter Sicherheit, sondern mit der Bereitschaft der eigenen Wahrnehmung wieder zuzuhören. Denn Vertrauen bedeutet nicht, immer sofort die richtige Antwort zu kennen. Vertrauen bedeutet manchmal, einfach nur sich selbst ernst zu nehmen. Und ich glaube, genau das dürfen wir wieder lernen. Nicht, weil wir dadurch plötzlich alles richtig machen werden, sondern weil wir aufhören, uns selbst bei jeder Entscheidung als erstes zu hinterfragen.

Vielleicht ist genau das einer der größten Schritte zurück zu uns selbst. Und genau an diesem Punkt ist mir irgendwann noch eine andere Frage gekommen. Was passiert eigentlich, wenn wir irgendwann jeder Stimme mehr vertrauen als unsere eigenen? Ich glaube nämlich, dass viele Menschen genau das über viele Jahre hinweg lernen. Sie vertrauen der Meinung anderer. Sie vertrauen Bewertungen. Sie vertrauen Empfehlungen. Sie vertrauen dem, was sie lesen oder hören. Und all das kann unglaublich wertvoll sein. Doch manchmal passiert dabei etwas ganz Unauffälliges. die eigene Stimme wird immer leiser.

Nicht weil sie verschwindet, sondern weil wir aufgehört haben, ihr zuzuhören. Lass diesen Gedanken einmal kurz wirken. Denn vielleicht geht es im Leben gar nicht darum, immer neue Antworten zu finden. Vielleicht geht es manchmal vielmehr darum, den Zugang zu den Antworten wiederzufinden, die schon lange in uns sind. Ich glaube nämlich nicht, dass unser Gefühl immer richtig liegt. Aber ich glaube auch nicht, dass es zufällig da ist. Unser Gefühl möchte uns auf etwas aufmerksam machen. Genau wie unser Körper. Genau wie unsere

Erschöpfung. Genau wie unsere Grenzen. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die letzten Folgen. Wir haben darüber gesprochen, auf unseren Körper zu hören. Wir haben darüber gesprochen, Erschöpfung als Signal zu verstehen. Wir haben darüber gesprochen, Grenzen ernst zu nehmen. Und wir haben darüber gesprochen, uns selbst nicht immer an die letzte Stelle zu setzen. Wenn ich heute auf diese Folgen zurückblicke, dann merke ich, dass sie eigentlich alle dieselbe Botschaft hatten. Lerne dir selbst wieder zuzuhören. Und vielleicht ist genau das Vertrauen.

Nicht die Gewissheit, immer die richtige Entscheidung zu treffen, sondern der Mut, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen. Denn wir werden im Leben nicht jede Entscheidung perfekt treffen. Keiner von uns. Aber wenn wir anfangen, jeder anderen Stimme mehr zu glauben als unserer eigenen, verlieren wir irgendwann die Verbindung zu dem Menschen, der unser ganzes Leben mit uns verbringt. Uns selbst. Und vielleicht beginnt genau dort der Weg zurück. Nicht indem wir aufhören, anderen zuzuhören, sondern indem wir unserer eigenen Stimme wieder denselben Platz geben.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn sie gehört zu uns. Und sie verdient es, gehört zu werden. Zum Abschluss möchte ich dir heute wieder eine Frage mitgeben. Wann hast du das letzte Mal deinem eigenen Gefühl wirklich vertraut? Nicht, weil jemand anderes gesagt hat, dass es richtig ist, nicht, weil du dafür eine Bestätigung bekommen hast, sondern einfach, weil es sich für dich stimmig angefühlt hat. Vielleicht fällt dir gerade eine Situation ein, in der dein Gefühl dir eigentlich schon längst gezeigt hat, welche Richtung die richtige für dich gewesen wäre. Du hast es gespürt und trotzdem hast du dich dagegen entschieden.

Nicht, weil du etwas falsch gemacht hast, sondern weil dir die Stimmen im Außen in diesem Moment lauter erschienen sind als deine eigene. Falls dir heute beim Zuhören bewusst geworden ist, dass du deiner eigenen Wahrnehmung oft nicht vertraust, dann sei bitte nicht zu streng mit dir. Denn auch das haben viele Menschen nie bewusst gelernt. Und genau deshalb dürfen wir es Schritt für Schritt wieder lernen. Nicht von heute auf morgen. Nicht perfekt. Sondern mit jeder kleinen Entscheidung, bei der wir uns selbst wieder ein Stück ernster nehmen. Vielleicht beginnt Vertrauen nämlich gar nicht mit einer großen Entscheidung. Vielleicht

beginnt es mit einem einzigen Moment, in dem wir unserer eigenen Stimme wieder zuhören. Mich würde heute wirklich interessieren, gab es in deinem Leben schon einmal eine Situation, in der dein Gefühl eigentlich schon wusste, was richtig für dich gewesen wäre, du aber trotzdem nicht darauf gehört hast? Und wenn du heute noch einmal auf diese Situation zurückblickst, was würdest du heute vielleicht anders machen? Wenn du über Spotify hörst, freue ich mich, wenn du über einen Kommentar direkt unter dieser Folge da lässt. Oder du schreibst mir auf Instagram unter Vitalis Zentrum. Ich lese jede Nachricht und jeden Kommentar persönlich. Und vielleicht

Vielleicht greife ich deine Gedanken oder deine Geschichte sogar in einer der nächsten Folgen auf. Denn ich glaube, wir können unglaublich viel voneinander lernen. Nimm diese Frage gerne mit in die nächsten Tage. Vielleicht achtest du einfach einmal bewusst darauf, wie oft dein Gefühl dir im Alltag bereits eine Richtung zeigen möchte. Nicht um jede Entscheidung sofort danach zu treffen, sondern um diese leise Stimme in dir wieder wahrzunehmen. Denn genau dort beginnt Vertrauen. Danke, dass du heute wieder dabei warst und diese Zeit mit mir verbracht hast. Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn du sie mit Menschen teilst, die sie ebenfalls inspirieren könnte.

Und denk immer daran, du musst nicht jede Antwort im Außen finden. Manchmal trägt dein eigener Weg die Antwort schon längst in sich. Ich wünsche dir eine gute Zeit. Bis zur nächsten Folge. Dein Patrick vom Vitalis Zentrum.